Reifenpanne – und jetzt?
So gehst du vor
Lesezeit: ca. 5 min.
Ein dumpfes Schlagen, die Lenkung zieht plötzlich zur Seite, oder die Reifendruckwarnung leuchtet auf: Eine Reifenpanne kommt eigentlich immer im ungünstigsten Moment. Die gute Nachricht ist, dass solche Fälle heutzutage eher selten geworden sind. Statistisch erwischt es Autofahrer*innen nur rund alle 150.000 Kilometer (Quelle: ADAC). Und wenn es dann doch mal passiert, bringst du die Situation mit dem richtigen Know-how schnell wieder unter Kontrolle. Wir zeigen dir, was nach einer Reifenpanne zu tun ist, wie du je nach Ausstattung deines Autos weiter vorgehst und wann du besser den Pannendienst rufst.
Erste Schritte nach der Panne
In den ersten Sekunden nach der Reifenpanne zählt vor allem eines: einen kühlen Kopf bewahren. Wer hektisch reagiert, riskiert mehr als nur einen platten Reifen. Mit dieser Reihenfolge sicherst du dich und alle Mitfahrer*innen richtig ab:
- Ruhig bleiben und ausrollen lassen: Lenke dein Auto möglichst gefühlvoll vom Verkehr weg und vermeide ruckartige Lenk- oder Bremsbewegungen. Bremse nicht zu stark ab, da dies die Reifen zusätzlich beschädigen oder das Fahrzeug ins Schleudern bringen könnte.
- Warnblinkanlage einschalten: So stellst du sicher, dass der nachfolgende Verkehr frühzeitig gewarnt wird.
- Sicher abstellen: Parke das Auto so weit wie möglich rechts an einer vom Verkehr geschützten Stelle.
- Warnweste anziehen: Im Idealfall haben auch deine Begleiter*innen eine an.
- Warndreieck aufstellen: Sichere die Pannenstelle ab.
- Mitfahrer*innen aussteigen lassen: Achte darauf, dass deine Mitfahrer*innen immer auf der fahrbahnabgewandten Seite aussteigen.
Reifenpanne auf der Autobahn: Was ist anders?
Auf der Autobahn wird aus einer ärgerlichen Panne schnell eine gefährliche Situation. Versuche zuerst, eine Haltebucht oder eine Raststation zu erreichen. Geht das nicht, lässt du dein Fahrzeug auf dem Pannenstreifen ausrollen und stellst es so weit rechts wie möglich ab. Steig grundsätzlich auf der Beifahrerseite aus und überquere niemals die Fahrbahn. Das Warndreieck gehört hier in einem deutlich größeren Abstand hinter das Fahrzeug (mind. 150 Meter). Liegen bereits Reifenteile auf der Fahrbahn, versuche auf gar keinen Fall, sie selbst zu bergen, sondern verständige die Polizei (133) oder die ASFINAG über eine Notrufsäule.
Reifenschaden richtig einschätzen
Bevor du zur Tat schreitest, lohnt sich ein prüfender Blick auf den Schaden, denn nicht jede Beschädigung lässt sich gleich behandeln. Ein kleiner Nagel oder eine Schraube in der Lauffläche sorgt meist nur für einen langsamen Druckverlust und ist oft ein Fall fürs Pannenset. Anders sieht es aus, wenn die Reifenflanke (die Seitenwand) eingerissen ist, sich Teile der Lauffläche abgelöst haben oder das Gewebe gebrochen ist. In diesen Fällen ist der Reifen nicht mehr zu retten, und auch ein Abdichten ist tabu.
Deine Optionen im Überblick
Je nachdem, was in deinem Kofferraum liegt und wie groß der Schaden ist, hast du grundsätzlich drei Wege, wieder mobil zu werden: das Reserve- oder Notrad montieren, den Reifen mit dem Pannenset abdichten oder, bei Runflat-Reifen, einfach vorsichtig weiterfahren.
Reifen selbst wechseln mit Reserverad:
Wichtig: Viele Fahrzeuge haben statt eines vollwertigen Ersatzrades nur ein Notrad dabei. Dieses ist schmaler, spart Platz und Gewicht, erlaubt aber nur maximal 80 km/h. Tausche es so schnell wie möglich gegen ein normales Rad, denn für die dauerhafte Nutzung ist es nicht zugelassen.
Reifen abdichten mit dem Pannenset:
Wichtig: Bei Flankenschäden, gebrochenem Gewebe oder abgelöster Lauffläche darf das Pannenset nicht verwendet werden. Ein mit Dichtmittel behandelter Reifen lässt sich später meist nicht mehr reparieren.
Runflat-Reifen: Weiterfahren trotz Panne:
Du kannst auch nach einer Panne mit reduzierter Geschwindigkeit (meist bis zu 80 km/h) noch einige Kilometer bis zur nächsten Werkstatt weiterfahren, ganz ohne Radwechsel am Straßenrand. Weil sich ein Druckverlust bei diesen Reifen kaum bemerkbar macht, ist ein Reifendruckkontrollsystem (RDKS) hier besonders wichtig – bei Neuwagen ist es in der EU ohnehin seit 2014 vorgeschrieben. Beachte die genauen Angaben in der Bedienungsanleitung und lass den beschädigten Reifen trotzdem zeitnah erneuern.
Reifen selbst wechseln mit Reserverad:
- Park das Auto möglichst weit rechts, zieh die Handbremse an und leg den ersten Gang ein.
- Löse die Radmuttern leicht an.
- Heb das Fahrzeug mit dem Wagenheber an.
- Schraub die Muttern ganz ab und tausch das Rad.
- Zieh die Muttern über Kreuz handfest an, lass das Auto ab und zieh nach.
Wichtig: Viele Fahrzeuge haben statt eines vollwertigen Ersatzrades nur ein Notrad dabei. Dieses ist schmaler, spart Platz und Gewicht, erlaubt aber nur maximal 80 km/h. Tausche es so schnell wie möglich gegen ein normales Rad, denn für die dauerhafte Nutzung ist es nicht zugelassen.
Reifen abdichten mit dem Pannenset:
- Bewege das Fahrzeug so, dass sich das Loch unten am Reifen befindet.
- Fülle das Dichtmittel über das Ventil in den Reifen ein.
- Bewege den Reifen einige Male hin und her, damit sich das Mittel gut verteilt.
- Stelle mit dem Kompressor den vorgeschriebenen Betriebsdruck wieder her.
- Fahre anschließend langsam zur nächsten Werkstatt.
Wichtig: Bei Flankenschäden, gebrochenem Gewebe oder abgelöster Lauffläche darf das Pannenset nicht verwendet werden. Ein mit Dichtmittel behandelter Reifen lässt sich später meist nicht mehr reparieren.
Runflat-Reifen: Weiterfahren trotz Panne:
Du kannst auch nach einer Panne mit reduzierter Geschwindigkeit (meist bis zu 80 km/h) noch einige Kilometer bis zur nächsten Werkstatt weiterfahren, ganz ohne Radwechsel am Straßenrand. Weil sich ein Druckverlust bei diesen Reifen kaum bemerkbar macht, ist ein Reifendruckkontrollsystem (RDKS) hier besonders wichtig – bei Neuwagen ist es in der EU ohnehin seit 2014 vorgeschrieben. Beachte die genauen Angaben in der Bedienungsanleitung und lass den beschädigten Reifen trotzdem zeitnah erneuern.
Wann du besser den Pannendienst kontaktierst
Nicht jede Reifenpanne lässt sich sinnvoll selbst beheben, und das ist auch völlig in Ordnung. Wenn du kein passendes Werkzeug dabei hast, der Schaden zu groß für das Pannenset ist, du dich am Straßenrand unsicher fühlst oder die Lage auf der Autobahn zu gefährlich ist, ist der Pannendienst die richtige Wahl. Lass im Zweifel lieber die Profis ans Werk, anstatt selbst ein Risiko einzugehen.
Gelassen jede Reifenpanne meistern
Eine Reifenpanne ist selten, aber wer vorbereitet ist, verliert auch im Ernstfall nicht die Nerven. Mit der richtigen Ausrüstung im Kofferraum, einem kühlen Kopf und dem Wissen, welche Lösung zu welchem Schaden passt, wird aus der Panne nur ein kurzer Stopp.
Tipp: In unserem Blog erfährst du außerdem, worauf es beim Reifendruck im Winter ankommt und wann der Reifenwechsel im Frühling und Herbst fällig ist!
Tipp: In unserem Blog erfährst du außerdem, worauf es beim Reifendruck im Winter ankommt und wann der Reifenwechsel im Frühling und Herbst fällig ist!
Häufige Fragen rund um eine Reifenpanne (FAQs)
Wie kann ich eine Reifenpanne beheben?
Je nach Ausstattung deines Fahrzeugs kannst du entweder den beschädigten Reifen mit einem Reserverad tauschen, kleine Schäden mit dem Pannenset abdichten oder nach einem Druckverlust vorsichtig bis zur nächsten Werkstatt weiterfahren.
Was tun bei einer Reifenpanne ohne Ersatzrad?
Wenn kein Reserverad an Bord ist, nutzt du am besten das Pannenset. Bei Druckverlust kannst du einfach vorsichtig weiterfahren. Falls der Schaden zu kritisch ist oder du dir unsicher bist, kontaktiere lieber den Pannendienst.
Was kostet eine Reifenpanne?
Wen rufe ich bei einer Reifenpanne an?
Je nach Ausstattung deines Fahrzeugs kannst du entweder den beschädigten Reifen mit einem Reserverad tauschen, kleine Schäden mit dem Pannenset abdichten oder nach einem Druckverlust vorsichtig bis zur nächsten Werkstatt weiterfahren.
Was tun bei einer Reifenpanne ohne Ersatzrad?
Wenn kein Reserverad an Bord ist, nutzt du am besten das Pannenset. Bei Druckverlust kannst du einfach vorsichtig weiterfahren. Falls der Schaden zu kritisch ist oder du dir unsicher bist, kontaktiere lieber den Pannendienst.
Was kostet eine Reifenpanne?
- Die Kosten variieren je nach Schaden: Ein Pannenset oder eine Dichtmittelflasche kostet im Handel meist zwischen 15 und 40 Euro.
- Ein neuer Reifen kostet je nach Größe und Modell etwa 60 bis über 200 Euro, plus Montage.
- Ein Einsatz des Pannendienstes ist für Mitglieder*innen eines Automobilclubs oft inklusive – ansonsten können je nach Anbieter und Uhrzeit Kosten von rund 100 Euro oder mehr anfallen.
- Wird das Abschleppen zur Werkstatt nötig, steigen die Kosten entsprechend.
Wen rufe ich bei einer Reifenpanne an?
- Das hängt davon ab, ob du Mitglied in einem Automobilclub bist oder eine Pannenhilfe über deine Versicherung hast:
- Bist du Mitglied beim ÖAMTC oder ARBÖ, ruf deren Pannennotruf an – die Hilfe ist für Mitglieder meist kostenlos.
- Ist eine Pannenhilfe bei deiner Kfz-Versicherung oder deinem Fahrzeughersteller inkludiert, nutze die jeweilige Notrufnummer aus deinen Unterlagen.
- Ohne Mitgliedschaft kannst du auch einen gewerblichen Pannendienst oder Abschleppdienst beauftragen, was allerdings kostenpflichtig ist.