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E-Auto oder Verbrenner

Mobilität Hot Topics Wissenswert

Die wichtigsten Unterschiede

Lesezeit: ca. 12 min.
Nahaufnahme VW-Logo und ID.4-Modellbezeichnung
Durch das Aufkommen alternativer Antriebsarten gestaltet sich die Anschaffung eines neuen Fahrzeugs deutlich vielfältiger. Soll man auf einen nachhaltigen Elektroantrieb setzen oder doch lieber auf den bewährten Verbrenner mit Diesel- oder Benzinmotor? Auf den ersten Blick mag die Entscheidung einfach klingen: Ein Verbrenner kostet weniger beim Kauf, ein E-Auto weniger im Betrieb. Fertig. Aber ganz so einfach ist es leider nicht – denn je nachdem, wie dein Fahrprofil aussieht, wo du lebst und was dir in Sachen Mobilität wichtig ist, kann die Rechnung unterm Strich deutlich anders aussehen. In diesem Blogbeitrag nehmen wir beide Antriebsarten kritisch unter die Lupe, um dir bei der Entscheidung zu helfen.

Anschaffungskosten: Mit wie viel muss ich rechnen?

Die gute Nachricht zuerst: Der Preisabstand zwischen E-Autos und Verbrennern ist 2026 deutlich kleiner geworden. Sinkende Produktionskosten, EU-weite CO₂-Vorgaben, die die Elektrifizierung fördern, sowie direkte Rabattaktionen seitens der Hersteller ermöglichen es, dass Mittelklasse-Elektroautos inzwischen zu Preisen ab rund 20.000 Euro erhältlich sind. Damit liegen sie oft auf Augenhöhe mit vergleichbaren Benzinern. Im SUV-Segment ist ebenfalls eine Bewegung in puncto Preisunterschiede erkennbar, wenn auch die Lücke derzeit noch etwas größer ausfällt (zwischen 5.000 und 8.000 Euro Unterschied).

Ein weiterer konkreter Kostenvorteil in Österreich liegt darin, dass für Elektroautos keine Normverbrauchsabgabe (NoVA) anfällt (Stand: April 2025). Diese wird einmalig beim Kauf eines Fahrzeugs fällig und richtet sich nach dem CO₂-Ausstoß. Bei Verbrennungsmotoren kann sie je nach Modell und Emissionswert den Kaufpreis erheblich erhöhen. Kurz gesagt: Wer sich heute ein E-Auto zulegen möchte, muss in vielen Fahrzeugklassen nicht mehr automatisch mehr bezahlen.
Straßenmarkierung für Elektroauto Ladebereich

Wie oft müssen beide Antriebsarten in die Werkstatt?

Ein Elektromotor hat deutlich weniger bewegliche Teile als ein Verbrennungsmotor. Das schlägt sich in den niedrigeren Wartungskosten nieder:
  • Ölwechsel fällt beim E-Auto weg.
  • Bremsverschleiß ist deutlich geringer dank Rekuperation (der E-Motor bremst das Fahrzeug ab und lädt dabei gleichzeitig die Batterie).
  • Inspektion ist günstiger und nur alle 12–24 Monate oder nach 15.000–30.000 km erforderlich.
  • Getriebe: Elektroautos fahren in der Regel mit einem einzigen Gang, wodurch der Verschleiß minimiert wird.
Was du im Hinterkopf behalten solltest: Wenn die Hochvoltbatterie eines E-Autos irgendwann ausgetauscht werden muss, kann das teuer werden – es sei denn, der Ersatz fällt unter Garantie- oder Gewährleistungsbedingungen. Moderne Batterien halten jedoch in der Regel deutlich länger als früher angenommen, oft über 300.000 Kilometer. Verbrenner hingegen sind aufwendiger in der Wartung – dafür kennt jede Werkstatt ihr Handwerk. Gängige Reparaturen sind flächendeckend möglich.
Ein Elektroauto lädt an einer Wallbox

Strom statt Zapfsäule: Das solltest du wissen

Was beim Kauf gespart wird, holt der Verbrenner durch Spritkosten im Betrieb oft wieder auf. Ob und wie viel du mit einem E-Auto wirklich sparst, hängt stark davon ab, wo und wie du lädst:

  • Zuhause laden mit Wallbox: Am meisten profitieren diejenigen, die zu Hause eine Wallbox installiert haben und ihr Auto über Nacht laden. Je nach Stromtarif kostet eine Fahrt nur 2–4 Euro auf 100 Kilometer – gegenüber den 8–14 Euro, die ein Verbrenner kostet. Wer zusätzlich eine Photovoltaikanlage betreibt, kann die Kosten nochmals spürbar senken.
  • Laden an öffentlichen Ladesäulen: Wenn du auf öffentliche Ladepunkte angewiesen bist, sollte die Rechnung deutlich nüchterner kalkuliert werden. Öffentliche AC-Ladepunkte kosten je nach Anbieter zwischen 35 und 55 Cent pro Kilowattstunde, DC-Schnelllader auf der Autobahn oft sogar 60 bis 80 Cent oder mehr.

Aber Achtung: Strom- und Benzinpreise sind nicht in Stein gemeißelt. Rohstoffmärkte, geopolitische Entwicklungen und politische Entscheidungen können beide Seiten der Gleichung schnell verändern.

Reichweite & Alltagstauglichkeit: Eine neue Gewohnheit

Eines der hartnäckigsten Argumente gegen Elektroautos ist die sogenannte Reichweitenangst. Diese Sorge ist jedoch inzwischen weitgehend unbegründet: Moderne Elektroautos schaffen mittlerweile zwischen 300 und 600 Kilometer pro Ladung, was für die meisten Pendlerinnen und Stadtfahrerinnen im Alltag mehr als genug ist. Etwas komplizierter kann es werden, wenn du häufig sehr lange Strecken fährst oder dich in Regionen mit einer dünnen Ladenetzstruktur aufhältst.

Die verfügbare Ladeinfrastruktur kann je nach Wohnort stark variieren. In Wien oder Graz gibt es gut ausgebaute Ladenetze und immer mehr Ladepunkte in Parkhäusern und Einkaufszentren. Auf dem Land kann es hingegen passieren, dass die nächste freie Ladesäule einen längeren Umweg bedeutet, während die vertraute Tankstelle seit Jahren zuverlässig ums Eck ist. Hier sammelt der Verbrennungsmotor einen wesentlichen Pluspunkt: Tankstellen findet man so gut wie überall und der Prozess ist in fünf Minuten erledigt.

Wie sieht es mit der Nachhaltigkeit aus?

Das E-Auto ist per se das grünere Fahrzeug – so lautet zumindest das Narrativ. Die Realität sollte man jedoch ein wenig differenzierter betrachten. Die Herstellung eines Elektroautos, vor allem die der Batterie, ist ressourcenintensiver als die eines Verbrenners. Der damit verbundene CO₂-Abdruck ist beim Produktionsstart also höher. Im täglichen Fahrbetrieb stößt ein E-Auto jedoch lokal keine Emissionen aus, wodurch sich diese Bilanz nach rund zwei bis drei Jahren wieder ausgleicht. Entscheidend ist zudem, wie der verwendete Strom erzeugt wird. In Österreich stammt ein Großteil des Stroms aus erneuerbaren Quellen, wodurch das E-Auto hierzulande besonders klimafreundlich ist.

Blickt man auf die gesamte Nutzungsdauer, hat das E-Auto in den meisten europäischen Ländern eine deutlich bessere CO₂-Bilanz als ein vergleichbarer Verbrenner – vorausgesetzt, es wird möglichst lange genutzt und mit grünem Strom betrieben.

E-Auto vs. Verbrenner: Alle Infos auf einen Blick

 
KriteriumElektroautoVerbrenner
Anschaffungspreisje nach Segment gleich wie Verbrenner oder leicht höherhäufig günstigerer Einstieg, aber Tendenz steigend
NoVA in Österreichnein (Stand: April 2025)ja, je nach CO₂-Ausstoß
Kraftstoffkosteneher niedriger (abhängig von Ladeinfrastruktur)höher, stark marktabhängig
Wartungskostengeringer (weniger Verschleißteile)höher (Öl, Filter, Kupplung etc.)
Reichweitedurchschnittlich 300–600 km pro Ladung, aber Tendenz steigendoftmals 500–900 km
Infrastruktur (Laden, Tankstellen)wächst, aber im ländlichen Bereich oft noch lückenhaftTankstellen flächendeckend vorhanden
CO₂-Emissionen (Betrieb)keine Direktemissionenstößt Emissionen aus
Ökobilanz gesamtgut bis sehr gut (je nach Strommix)schlechter über gesamten Lebenszyklus
Technologiereifestark im Wachstumweitgehend ausgereifte Technologie
Abhängigkeit vom WeltmarktStrompreise, Rohstoffe für AkkusÖlpreis, Raffinerie, Geopolitik
 

Für wen ist welcher Antrieb die richtige Wahl?

Ein E-Auto macht Sinn, wenn du:
  • täglich kurze bis mittlere Strecken fährst
  • zu Hause oder am Arbeitsplatz günstig laden kannst
  • langfristig Kosten sparen möchtest
  • nachhaltiger unterwegs sein willst

Ein Verbrenner ist (aktuell noch) die bessere Wahl, wenn du:
  • viele Langstrecken zurücklegst
  • nicht auf Heimlademöglichkeiten zurückgreifen kannst
  • flexibel und unabhängig von Ladeinfrastruktur bleiben musst

Plug-in-Hybrid als Option für Unentschlossene: Wer sich nicht zwischen beiden Welten entscheiden möchte, kann einen Plug-in-Hybrid (PHEV) in Betracht ziehen. Diese Fahrzeuge kombinieren einen Verbrennungsmotor mit einer extern aufladbaren Batterie und ermöglichen rein elektrisches Fahren für kurze Strecken, ohne auf die Reichweite des Verbrennungsmotors verzichten zu müssen. Allerdings bringt er auch das Gewicht und die Komplexität beider Systeme mit sich.
Nahaufnahme des Kühlergrills eines Audi e-tron Fahrzeugs

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Verlieren E-Autos schneller an Wert als Verbrenner? In der Vergangenheit ja. Das lag vor allem an der schnellen technologischen Entwicklung und der Unsicherheit rund um die Batteriekapazität. Inzwischen stabilisieren eine steigende Nachfrage, bessere Batteriegarantien und ein wachsender Gebrauchtmarkt die Restwerte. Trotzdem lohnt es sich, beim Kauf einen Blick auf die prognostizierten Restwerte des jeweiligen Modells zu werfen.

Was bedeutet das geplante Verbrennerverbot ab 2035 für meine Kaufentscheidung heute? Das geplante EU-Verbrennerverbot ab 2035 betrifft nur Neuzulassungen und wurde Ende 2025 abgeschwächt: Neuwagen ab 2035 müssen nur noch 90 % weniger CO₂ ausstoßen (Stand April 2026). Dadurch bleiben Plug-in-Hybride eine Option. Bestehende Verbrenner werden nicht verboten.

Gibt es Unterschiede beim Fahrgefühl? Ja, und für viele ist das sogar ein Kaufargument. E-Autos beschleunigen durch das direkte Drehmoment des Elektromotors spürbar spontaner, gleichmäßiger und ohne Schaltvorgänge.

Ist ein Elektroauto für Wenigfahrer*innen sinnvoll? Bei geringer Fahrleistung ist der Kostenvorteil kleiner – der höhere Anschaffungspreis amortisiert sich langsamer. Wer unter 10.000 Kilometer pro Jahr fährt, sollte die Rechnung ehrlich durchrechnen.

Wie lange dauert ein Ladevorgang im Vergleich zum Tanken? An einer Schnellladestation (DC) ist ein E-Auto oft in 20 bis 45 Minuten zu 80 % geladen. An einer normalen Wallbox zu Hause dauert es mehrere Stunden – aber wenn das Laden in den Alltag integriert wird (z. B. über Nacht), stellt es kaum eine Einschränkung dar. Der Tankvorgang beim Verbrenner dauert nur wenige Minuten.

Kann ich mit einem E-Auto einen Anhänger ziehen? Grundsätzlich ja – viele E-Autos sind für Anhängelasten von 750 bis über 2.000 kg zugelassen. Dieses Kriterium sollte jedoch bei der Modellwahl und der Reichweitenplanung berücksichtigt werden, da schwere Lasten die Reichweite beeinflussen.

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